Die Agi war auf großer Reise und wie sie schon schrieb, sollte die letzte Station vor der Heimreise Karlsruhe sein. Der letzte Besuch lag auch immerhin schon gute drei Monate zurück, also war die Vorfreude dem entsprechend groß. Gegen 19.00 Uhr kamen die beiden dann. Das Schnubbel Kind, vor dem Läuten an der Tür noch ein weinerliches, anhängliches Häufchen Elend, da geplagt von einem extrem wunden Po, war innerhalb weniger Minuten wie ausgewechselt. Das Tochterkind von Agi, brauchte etwas länger um aufzutauen und entschloss sich, das doch etwas wildere Treiben des Schnubbels lieber erstmal von Mamas sicherm Schoß aus zu betrachten. Aber seine Kaspereien entlockten ihr dann doch recht schnell, das ein oder andere verzückte Grinsen hinter dem Schnuller hervor.
Da es ja doch schon aus Sicht der Zwerge relativ spät war, entschlossen wir uns, auf ein gemeinsames Essen zu verzichten und erstmal deren Hunger zu stillen. Wir Erwachsenen wollten Essen wenn auch der Schatz von der Arbeit da sein würde, also so gegen halb neun. Tja, da hatten wir die Rechnung ohne dem emensen Apetit der beiden gemacht. Es gab Nudelsalat, für die Maus Nudeln ohne Salat, also trocken
Das Schnubbel Kind aß drei Teller, das Tochterkind noch mehr. Ich habe bei Teller Nummer fünf aufgehört zu zählen… Der Schatz war inzwischen auch zu Hause und so aßen wir dann doch noch alle zusammen. Anschließend kamen beide gemeinsam unter die Dusche. Sehr putzig. Da wurden Quietscheenten und sonstiges Badespielzeug getauscht, vorgeführt und bespielt. Die beiden hatten sichtlich Spaß und wir Mamas waren guter Dinge, dass sie sich am nächsten morgen gut verstehen werden. Um halb zehn waren die Zwerge dann schließlich im Bett und der gemütliche Teil des abend konnte für uns „große“ beginnen. Der Schatz war so geschafft, dass er es eine halbe Stunde später den beiden Kleinen gleichtat und auch ins Bett verschwand. So konnten wir beide quatschen, quatschen und nochmal quatschen. Bis halb zwei saßen wir also, bis auch wir uns müde ins Bett verzogen. Männer hätten sich da eh nur gelangweilt
Für den nächsten Tag war ein Besuch auf dem sich aktuell in Karlsruhe befindenden Mittelaltermarkt geplant. Da dieser aber erst um 13.00 Uhr seine Pforten öffnete, planten wir diesen Programmpunkt erst für den späten Nachmittag ein. Die beiden Zwerge hatten ja sich zum Spielen, dachten wir. Aber genau das funktionierte leider nicht so gut wie erhofft. Das Schnubbel Kind nahm der Maus immer das Spielzeug ab, was auf der anderen Seite natürlich für großes Geschrei sorgte. Nach Bitten und Erklärungen gab er es zwar meist zurück, aber nur für kurze Zeit um es dann wieder zu entwenden. Da es ja sein Spielzeug ist, kann man das aus der Sicht eines 1 1/2 Jährigen nachvollziehen. Dieser Anspruch auf das Eigene entwickelt sich nunmal gerade. Aber das eigentliche corpus delicti des Wochenendes war ein Schnuller, samt zugehöriger Kette plus ein Schnuffeltuch-Schaf. Diese Dinge wiederum gehören dem Tochterkind von Agi, was den Schnubbel jedoch nicht davon abhielt selbiges Spielchen auch hier abzuziehen. Schnuller klauen, Geschrei und Gebrüll abwarten, dann wieder hingehen und den Schnuller wieder in den Mund zurück zu schieben. Ei, ei machen nicht vergessen, kurz warten bis sich die Maus wieder beruhigt hatte, dann wieder von vorne. Schrecklich. So ging das eine ganzen Weile, bis wir Mamis auf die gloreiche Idee kamen, diese Dinge einfach verschwinden zu lassen und mit den Kinder in den Garten zu gehen. Ein Kind alleine ist draußen um einiges umgänglicher und ausgeglichener, warum nicht auch zwei? Und so war es auch. Kaum draußen wurde der Sandkasten gemeinsam in Beschlag genommen. Ganz ohne Geschrei wurde friedlich nebeneinander gesandelt. Auch an der Rutsche gab es keine Probleme. Man rutschte nacheinander, wartete mit dem Hochklettern bis der andere oben war und schaffte es sogar mit dem runter rutschen zu warten bis der andere vom Rutschenauslauf verschwunden war. Warum denn nicht gleich so ihr zwei? Wir Mamis waren jedenfalls begeistert
Nach dem Mittagsschlaf ging es dann auf den Mittelalter Markt. Für mich und den Schatz eine Premiere, die sich durchaus gelohnt hat. Es gab viele schöne Stände, mit liebevoll selbstgemachten Dingen. Kleidung, Schuhe, Spielzeug etc. Der Schatz war begeistert von selbstgemachten Bögen und von dem aufgeführten Ritterspiel. Für die Kinder gab es viel zu sehen, vorallem die überall anwesenden Hunde lösten regelrechte Begeisterungsstürme bei den beiden aus. Auf einem etwas ruhigeren Stück Wiese durften die zwei dann auf eigene Faust noch ein bißchen das Gelände erkunden und waren fasziniert von Pferden aus Holz, welche dort aufgebaut waren. Sie ließen sich sogar gemeinsam auf solch eines setzten und quiekten vor Freude. Sehr, sehr schön war es. Gegen 21.00 Uhr machten wir uns dann auf den Rückweg.
Zuhause angekommen ließen der Schatz und ich den Abend, nachdem wir den völlig erschöpften aber glücklichen Schnubbel ins Bett gebracht hatten, noch gemütlich ausklingen. Dabei fiel uns auf, dass wir Helden ganz im Gegensatz zu Agi mal wieder kein einziges Foto gemacht hatten, also hoffen wir, dass das ein oder andere davon was geworden ist.
Liebe Agi, es war wie immer sehr, sehr schön, die Zeit verging viel zu schnell und das nächste Treffen sollte nicht so lange warten müssen. Wir kommen dann das nächste Mal wieder zu euch. Ganz lieben Dank auch nochmal für deine Mühe mit den Vorhängen, die sind wirklich toll geworden!!!


